Pondicherry & Ooty

Namaskara!

Urlaub, das scheine ich hier recht häufig zu haben. Bevor ich also zu meinem Bericht über meinen Besuch in Pondicherry und Ooty komme, ein paar kurze Worte dazu:
In Indien gibt es kein richtiges Wochenende, Samstag ist Arbeitstag – überall. Und auch am Sonntag haben die meisten Geschäfte auf. Hier im Kinderheim ist das Wochenende natürlich besonders wichtig, weil die Kinder, zumindest am Sonntag, mal den ganzen Tag da sind und ich mich dementsprechend viel mit ihnen beschäftigen kann. Oft arbeite ich also 7 Tage die Woche, nur wenn ich weg fahre habe ich mal wirklich frei. Und genau deswegen habe ich so relativ viel Urlaub, das was ihr an euren Wochenenden verschlaft (:-P), habe ich gebündelt ein paar Tage hintereinander. Dürfte im Endeffekt also nicht so viel mehr sein, als ihr ihn in Deutschland habt. Gut ja, meinen langen Urlaub im April/Mai muss man da raus nehmen, aber das gehört nun mal zu einem Auslandsjahr auch dazu.

Nun aber zu meinem Urlaub. Donnerstag Morgen nahm unser Chef Maike und mich ganz früh mit nach Bangalore, dort hatten wir dann die Möglichkeit an dem Geburtstag seines Vaters dabei zu sein (lecker Essen!) und Abends dann unseren Nachtbus nach Pondicherry zu nehmen. Die Stadt ist eine ehemalige französische Kolonie und liegt an der Ostküste Indiens, etwa drei Stunden von der Millionenstadt Chennai entfernt. Früh morgens kamen wir dort an und hatten so die Möglichkeit am Meer den Sonnenaufgang mitzuerleben, schön, die Sonne mal nicht nur hinter dem Meer verschwinden zu sehen. Nach einer abenteuerlichen Hotelsuche, die sich so schwierig gestaltete wie bisher noch nirgendwo in Indien, landeten wir schließlich in einem weniger eindrucksvollen Haus direkt am Meer, schade nur, dass unser Zimmer kein Fenster hatte. Aber immerhin eine Klimaanlage.
Jeder Morgen startete mit einem wunderbaren europäischen Frühstück (ihr glaubt ja gar nicht wie sehr man das vermissen kann!) in den verschiedenen Cafes und endete mit einem leckeren Abendessen. Dazwischen schlenderten wir durch die Stadt, die weniger französisch war als gedacht, trotz allem war man halt doch noch in Indien. Schön war es aber immer mal wieder französische Sprachfetzen aufzuschnappen.
Sonntag Nacht ging es dann mit einem weiteren Nachtbus nach Coimbatore und von dort mit einem rollenden Schrotthaufen die Berge hinauf nach Ooty, einer Stadt auf über 200 Metern Höhe mitten in den Nilgiri Bergen. Eigentlich wollten wir woanders hin, aber Pläne in Indien… naja.
So fanden wir uns dann aber in einer Stadt voll mit „Home made Chocolate“ wieder – ein Paradies. In jedem zweiten Laden gab es Erdnussberge, Trüffel und und und. Lecker! Wurde aufgrund der beginnenden Fastenzeit allerdings nicht richtig ausgeschöpft, so ein Mist.
Unser Urlaub in Ooty wurde leider von mehreren weniger schönen Ereignissen geprägt. Zum einem die Horden von indischen Jugendlichen, die sich auf Maike und mich gestürzt haben, egal wo wir hingingen, und uns sogar noch auf dem See mit ihren Booten verfolgten (echt nicht lustig!), zum anderen unser Hotel. Selbstredend ist es in Ooty kälter als bei uns zuhause, Nachts können die Temperaturen schon mal auf Null Grad fallen, das wussten wir und es war okay, wir schliefen unter fünf Decken. Weniger okay war das Eisbergwasser, was uns zur Verfügung stand um zu duschen. Alle Boiler außer Betrieb – dauerhaft. Erst am letzten Abend haben wir es geschafft einen Eimer mit lauwarmen Wasser zu bekommen. Auch in weniger schöner Erinnerung bleibt der junge Mann, der mit seinem Motorrad tödlich verunglückte. Auf dem Weg zum See kamen wir an der Unfallstelle vorbei, alles voll mit starrenden Menschen – die Leiche, recht unansehlich, lag mitten auf der Straße und alle anderen drum herum. Dass die Polizei keine Anstalten machte ihn mal mit einem Tuch zu verdecken, hat mich schon ein wenig erschrocken, genauso wie die vielen Menschen, die eilig herbei kamen um auch ja sehen zu können wer da liegt. Es hätte mich nicht gewundert, wenn sie ihre Handys gezogen hätten um Fotos zu machen. Aber halt, das haben sie bestimmt. Zwei Dinge lerne ich daraus: Helme haben durchaus ihren Sinn und den Menschen hier scheint eine blutige und verbogene Leiche weit weniger aus zu machen als mir. Auf dem Rückweg kamen wir übrigens an einem großen Plakat vorbei, was in eindrücklichen Fotos die Szene eines ähnliches Unfalls eingefangen hatte. Ich bezweifele ja, dass das die Leute dazu bringt Helme zu tragen.

Nun bin ich wieder in Deenabandhu und es ist warm, sehr warm. Ein bisschen vermisst man die Kühle der Berge dann schon.

Liebe Grüße,
Cécile

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3 Gedanken zu “Pondicherry & Ooty

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