Ein letztes mal „Neues aus Deenabandhu“

Namaskara!

Auf den Tag genau bin ich heute elf Monate in Indien, meine Zeit hier neigt sich immer stärker dem Ende zu. Ich muss vermutlich nicht erwähnen, dass ich mich auf meine Familie und meine Freunde freue. In den letzten Tagen ist mir aber auch immer deutlicher bewusst geworden, was ich hier zurück lasse. War es am Anfang nur ein Gedanke, ist es jetzt ein Gefühl – kein besonders schönes. Ich habe meine Kinder in diesem Jahr wachsen sehen, und sie wachsen schnell in dem Alter. Als ich im August herkam rannten Mahesha und Shantu noch in Strampelanzügen herum, nun geht Shantu schon in die erste Klasse. In Deenabandhu leben viele Kinder, einigen bin ich näher als anderen, und erst seit April habe ich wirklich das Gefühl, dass sie sich mir geöffnet haben, dass sie mir wirklich vertrauen.
Als ich herkam war jedes einzelne Gesicht nur eines unter vielen, jetzt erkenne ich oft schon am Klopfen an der Tür wer dort steht. Als ich herkam war Gangu nur einer der kleinen Jungs, jetzt fühle ich mich für ihn verantwortlich und möchte unbedingt sehen wie heranwächst, wie er einen Wettbewerb in der Schule gewinnt und wie er lacht – jeden Tag. Aber in zwei Wochen muss ich Abschied nehmen. Einige Kinder wissen es schon, andere nicht. Ich denke den meisten ist irgendwo bewusst, dass die zwei Mädchen aus Deutschland nach einem Jahr wieder gehen, so war es bisher immer, aber ein Jahr vergeht schnell. Nun planen wir für unseren letzten Sonntag hier ein kleines Festessen, das macht den Abschied nicht leichter, aber immerhin schmeckt er dann gut.

Liebe Grüße,
Cécile

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