Abschließende Gedanken

Hier ein paar Punkte, die mir durch den Kopf gingen, und einige weitere, die dazu kamen und gerne ein Text werden wollten:

1. Es ist unerträglich heiß im März in Indien, vorallem wenn man vorher keine 7 Monate Zeit hatte um sich langsam an das Klima zu gewöhnen
2. Die Sonne brennt. Auch im Schatten. Auch um halb acht Uhr morgens
3. Eine Tube Sonnencreme reicht nicht für drei Wochen
4. Es ist unerträglich heiß.
5. Wäsche mit den Händen waschen ist immer noch anstrengend und nervig.
6. Zurück nach Deenabandhu zu kommen war ein bisschen wie „nach Hause kommen“.
7. Hatte ich erwähnt, dass es unerträglich heiß ist?
8. Ich kann genauso wenig handeln wie vor drei Jahren
9. Indien in männlicher Begleitung zu bereisen ist so viel entspannter
10. Felix dabei zuzusehen wie er sich langsam an das „indische Englisch“ gewöhnt war herrlich!
11. In Kerala kriegt man am Strand auch im Schatten einen heftigen Sonnenbrand
12. Indien hat sich in den drei Jahren merkbar verändert (Frauen in kurzen Kleidern?!)

Indien ist kein typisches Urlaubsland, der Tourismus steckt hier vielerorts noch in den Kinderschuhen.
Es entwickelt sich stetig. Das konnte ich schon nach drei Jahren Abwesenheit sehen.
Nun ist die Frage, wie berichtet man über eine Zeit in einem Land, was in den Köpfen vieler kein Land ist, in dem man Urlaub macht?
„Wir wolle nur die schönen Sachen lesen!“ – „Du musst auf jeden Fall auch über die schlechten Dinge berichten! So viel Armut!“

Also erstmal, muss ich gar nichts. Das ist mein Blog. Wer möglichst differenzierte und wissenschaftliche Berichte lesen will,  kann sich eine Fachzeitschrift kaufen. Das ist ein persönlicher Blog mit persönlichen Erfahrungen. Meinen Erfahrungen. Ich habe an mich nicht den Anspruch Indiens Probleme aufzuzählen. Hatte ich auch nie. Ich habe während meines Freiwilligenjahres viel über negative Dinge geschrieben, weil ich wollte und es mir wichtig war. Nun bin ich wieder hier gewesen und habe nur über schöne Dinge berichtet. Ohje.
Aber wer klebt in sein Fotoalbum schon „unschöne“ Fotos? Ich finde den Gedankens sehr befremdlich bettelnde Menschen zu fotografieren. Auch habe ich diese Reise ganz bewusst als Tourist geplant und erlebt. Ein Jahr lang habe ich mir Mühe gegeben auf keinen Fall der Tourist zu sein, weil ich das in meinen Augen auch nicht war, ich habe ja schließlich in Indien gelebt. Aber dieses Mal schon. Während dieser Reise war ich Tourist in Indien. Und das ist okay.

Wie der geneigte Leser vielleicht gemerkt hat, waren alle Einträge sehr kurz gehalten. Sie sind während der Reise entstanden, ich wollte für Freunde und Familie meine Reiserouten „greifbar“ machen und  ich denke dies ist mir auch gelungen. Nicht mehr und nicht weniger wollte ich erreichen. Meinen Ansprüchen bin ich gerecht geworden.

Eine Frage, die ich mir im Zuge der Kritik der „rosaroten Brille“ gestellt habe ist, warum wir nicht auch von Reiseberichten aus Polen oder Spanien diese negativen Schlagzeilen erwarten. Weil sie dort nicht hinpassen? Ich habe in diesen Ländern ähnlich verstörende Situationen erlebt wie in Indien. Das will aber keiner lesen. Aber von einem Land wie Indien, welches so so viele Probleme hat, da MUSS man doch über die schlechten Seiten schreiben.
Ich finde nach wie vor, dass niemand, der nicht hier war, wissen kann wie es wirklich ist. Jeder geht anders mit den Gegebenheiten um. Weißt du wie es bei dir wäre? Ich hätte 2012 niemals erwartet, dass mein größtes Problem meine Hautfarbe werden würde.

Mal ganz abgesehen davon ist Indien so riesig, dass ich es schwer finde verschiedene Indienreisen, und damit Erfahrungen, miteinander zu vergleichen. Ich habe den Norden ganz anders kennen gelernt als den Süden. Delhi und Bangalore trennen 2000 unglaubliche Kilometer, und das sind noch nicht einmal der nördlichste und südlichste Punkt! Wie kann man allen ernstes Glauben, dass es dazwischen keine Unterschiede gäbe?

Indien ist ein wunderschönes Land mit viel Potential und so unglaublich facettenreich, dass es eben nicht nur gute oder schlechte Seiten hat. Das ist meine Meinung. Auch jetzt noch.

Hier noch einmal unsere verschiedenen Stationen:

Über 2200km haben wir zurück gelegt, die meisten davon mit dem Zug.

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